Schimmelpilze Die fünf Reiche des lebendigen nennen es die Wissenschaftler in der Biologie, MONERA (z.B. Bakterien) PROTISTEN (z.B. Algen) PFLANZEN TIERE PILZE Zur letzteren Gruppe gehören auch die über 100000 verschiedenen Arten der Schimmel- und Hefepilze. Manche Mykologen (Pilzforscher) sprechen sogar von 250000 verschiedenen Pilzen die ein eigenes Organismen-Reich bilden. Ihre Funktion im Kreislauf der Natur ist das destruieren, zerlegen und abbauen von organischem Material. Destruenten (lat.) haben die Aufgabe die organische Substanz welche alle Lebewesen für den Aufbau ihres Körpers und zur Erhaltung ihrer Lebens – und Vermehrungsfunktion herstellen, wieder zu recyceln. Pilze verwandeln also lebendes oder totes organisches Material wieder zurück in anorganische Substanzen (z.B. Kohlendioxid, Kohlenwasserstoffe) welche dann z.B. den Pflanzen wieder als neue Nährstoffe dienen. Letztendlich ist es also vor allem den Pilzen zu verdanken, das es bei dem begrenzten Nahrungsangebot auf unserer Erde immer wieder Bausubstanz für neues Leben gibt. Schimmelpilze leben vor allem „saprobiontisch“ d.h. sie zersetzen totes organisches Material. Aber auch die „parasitische“ Lebensweise beherrschen sie perfekt. Wenn ein Lebewesen aber den Wirt auf und von dem es lebt letztendlich tötet, wie kann es dann auf Dauer überleben? Diesen scheinbaren Mangel an „Ressourcen schonender Weitsicht“ gleichen Schimmelpilze ganz einfach durch rasend schnelle Vermehrung und effiziente Weiterverbreitung ihrer Sporen aus. Zwei Beispiele: Zeit die vergeht vom Auskeimen einer Spore bis zur Produktion und Abgabe neuer Sporen: 4 – 5 Tage Anzahl der Sporen die eine Pilzkolonie innerhalb einer Stunde produzieren kann: > 20 Millionen! Da Pilze als Erstbesiedler von organischem Material kaum Konkurrenten haben, nur geringste Ansprüche an das Klima stellen und zudem über eine unvorstellbar leistungsfähige „Chemiefabrik“ verfügen, können sie weltweit in allen Klimazonen existieren. Sie benötigen weder Licht noch Sauerstoff für ihre Existenz, wachsen im sauren wie im basischen Mileue, benötigen nur ein Mindestmaß an Wasser, können bei Temperaturen von -8 °C bis + 60 °C wachsen und verwerten letztendlich fast alles organische Material was verfügbar ist. Egal ob Äpfel, Tierkot, Staub, Holz, Farben, Plastikbestandteile, ja sogar bei Kerosin oder Steinkohle sagen einige von ihnen nicht nein. Das einzige was sich erfolgreich gegen sie wehren kann ist ein gesunder Organismus, der sich aufwendig selbst verteidigen kann. Vorausgesetzt dieser Organismus ist gesund und setzt sich nicht allzu großen Ansammlungen von Schimmel – oder Hefepilzen aus. Und hier kommt nun der Brückenschlag zu uns Menschen und unseren Lebensumständen. Eine gesunde Lebensweise umfasst nicht nur eine „artgerechte“ Ernährung und körperliche Betätigung sondern auch ein entsprechend mikrobiologisch unbelastetes Wohn – und Arbeitsumfeld. Da Schimmelpilzsporen überall in unserer Umwelt also auch in unserer Atemluft vorkommen, haben es unsere Körper gelernt mit dieser permanenten Belastung umzugehen. Eine zu große Anzahl von Schimmel – oder Hefepilzen in unseren Aufenthaltsräumen oder besonders gefährliche Arten von ihnen können aber über kurz oder lang unsere Abwehrkräfte überfordern. Dann kann es zu leichten oder schweren Erkrankungen kommen, in extremen Fällen kann ein massiver und dauerhafter Pilzangriff sogar tödlich für den Menschen enden. Die Erkrankungsformen die Schimmelpilze beim Menschen auslösen können unterteilen die Mediziner in drei Gruppen: Mykosen: z.B. Hautpilz, Befall innerer Organe, Lungeninfektionen, Zerstörung der Blutgefäße Mykose Allergien: z.B. Asthma bronchiale, Stauballergie, Fieber, Husten, Gliederschmerzen, Gewichtsverlust Mykotoxikosen: z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwächung des Immunsystems, Leberkrebs Das alles führt zu der Forderung der Baubiologen, dass sich in Wohnräumen keine sichtbaren Schimmel – oder Hefepilzkolonien ansiedeln sollten. Ebenfalls sollten sich nicht mehr Pilzfragmente oder Sporen in unserer Raumluft befinden als in der unbelasteten Außenluft. Auch die Schimmelpilzarten sollten sich nicht wesentlich von denen im Freien unterscheiden. Was ist zu tun wenn es doch einmal passiert? Bei einem geringen Schimmel –oder Hefepilzbefall in Aufenthaltsräumen sollten diese sofort mit 85 %-igem Alkohol entfernt werden. Bei verdächtigem „modrigen“ Geruch, sichtbaren Wasserschäden am Baukörper oder ärztlichen Hinweisen auf evtl. Pilz bedingte Erkrankungen sollte immer mit fachlicher Unterstützung nach versteckten oder sichtbaren Schimmelschäden gesucht, deren Ursachen ergründet und beseitigt werden. Die dazu erforderlichen Material-, Staub- oder Raumluftanalysen sowie begleitende bauphysikalische Messungen (Raumklima, Materialfeuchten) können z.B. erfahrene Baubiologen in Zusammenarbeit mit einem zertifizierten Mikrobiologischen Labor vor Ort durchführen um daraus wenn erforderlich entsprechende Sanierungskonzepte zu erarbeiten.
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