SBM 2008 PDF Drucken E-Mail


STANDARD DER BAUBIOLOGISCHEN MESSTECHNIK SBM 2008

 Eine Übersicht der physikalischen, chemischen und biologischen Risikofaktoren, welche in Schlaf- und Wohnräumen, an Arbeitsplätzen und auf Grundstücken sachverständig untersucht, gemessen, ausge-wertet und schriftlich (mit Angabe der Messergebnisse, Messgeräte und Analyseverfahren) dargestellt werden. Bei Auffälligkeiten werden entsprechende Sanierungsempfehlungen erarbeitet.
Die einzelnen Punkte des Standards beschreiben biologisch kritische Umwelteinflüsse in Innenräumen. Deren professionelle Erkennung, Minimierung und Vermeidung im individuell machbaren Rahmen, das ist Sache der baubiologischen Messtechnik. Anspruch und Ziel ist es, unter ganzheitlicher Beachtung aller Standardpunkte und Diagnosemöglichkeiten ein möglichst unbelastetes und naturnahes Lebensumfeld zu schaffen. Bei den Messungen, Bewertungen und Sanierungen stehen baubiologische Erfahrung, Vor-sorge und das Erreichbare im Vordergrund. Jede Risikoreduzierung ist prinzipiell anzustreben.


STANDARD DER BAUBIOLOGISCHEN MESSTECHNIK SBM 2003


A FELDER, WELLEN, STRAHLUNG

1 ELEKTRISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)
Messung der niederfrequenten elektrischen Feldstärke (V/m), der Körperspannung des Menschen im elektrischen Feld (mV) sowie der dominierenden Frequenz (Hz)
Ursache: Wechselspannung in Kabeln, Installationen, Geräten, Wänden, Böden, Betten, Freileitungen...

2 MAGNETISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)
Messung und Langzeitaufzeichnung der niederfrequenten magnetischen Flussdichte (nT), der dominierenden Frequenz (Hz) sowie Bestimmung des Feldlinienverlaufes
Ursache: Wechselstrom in Installationen, Geräten, Trafos, Motoren, Frei‑- und Erdleitungen, Eisenbahn...

3 ELEKTROMAGNETISCHE WELLEN (Hochfrequenz)
Messung der gepulsten und ungepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Strahlungsdichte (pW/m²) und ergänzende Bestimmung der niederfrequenten Modulation
Ursache: Mobil‑-, Daten‑-, Bündel‑-, Flug‑-, Richtfunk, Radio, TV, Radar, Militär, Schnurlostelefone, Geräte...

4 ELEKTRISCHE GLEICHFELDER (Elektrostatik)
Messung der statischen elektrischen Oberflächenspannung (V) und Entladezeit (s)
Ursache: Synthetikteppiche, ‑-gardinen, Kunststofftapeten, Lacke, Stoffe, Beschichtungen, Bildschirme...

5 MAGNETISCHE GLEICHFELDER (Magnetostatik)
Messung der statischen magnetischen Flussdichte (pT) und Kompassabweichung Ursache: Stahlteile in Betten, Matratzen, Möbeln, Geräten, Baumasse; Gleichstrom der Straßenbahn...

6 RADIOAKTIVITÄT (Gammastrahlung, Radon)
Messung der Äquivalentdosisleistung (nSv/h, %) und Radonkonzentration (Bq/m³)
Ursache: Baumasse, Steine, Fliesen, Schlacken, Altlasten, Geräte, Lüftung, Bodenstrahlung, Umwelt...

7 GEOLOGISCHE STÖRUNGEN (Erdmagnetfeld, Erdstrahlung)
Messung von Magnetfeld (nT) und Strahlung (ips) der Erde und ihrer Störungen
Ursache: Ströme und Radioaktivität der Erde; Störungen durch z.B. Verwertungen, Spalten, Wasser...

8 SCHALLWELLEN (Luftschall, Körperschall)
Messung von Lärm, Infra‑- und Ultraschall, Schwingung und Vibration (dB, m/s²)
Ursache: Straßenlärm, Luftfahrt, Bahn, Industrie, Geräte, Maschinen, Motoren, Trafos, Schallbrücken...

B WOHNGIFTE, SCHADSTOFFE, RAUMKLIMA

9 FORMALDEHYD und andere giftige Gase
Messung von Formaldehyd, Ozon und Chlor, Stadt‑- und Industriegasen, Erdgas, Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid sowie weiteren Verbrennungsgasen (ppm, pg/m³)
Ursache: Lacke, KJeber, Spanplatten, Holzwerkstoffe, Einrichtungen, Geräte, Heizung, Lecks, Abgase...

10 LÖSEMITTEL und andere flüchtige Schadstoffe (VOC)
Messung flüchtiger Stoffe (ppm, pg/m³) wie Aldehyde, Aliphaten, Cycloaikane, Al­kohole, Amine, Aromaten, CKW, Ester, Ether, Glykole, Isocyanate, Ketone, Terpene
Ursache: Farben, Lacke, Kleber, Kunststoffe, Spanholz, Bauteile, Möbel, Pflegemittel, Einrichtungen...

11 BIOZIDE und andere schwerflüchtige Schadstoffe
Messung schwerflüchtiger Stoffe (mgikg, ng/ml) wie Pestizide, Insektizide, Fungizide, Holzschutzmittel, Pyrethroide, Flammschutzmittel, Weichmacher, PCB, PAK, Dioxine
Ursache: Holz‑-, Leder‑-, Teppichschutz, Kleber, Kunststoffe, Dichtungen, Kammeijäger, Mottensprays...

12 SCHWERMETALLE und andere anorganische Schadstoffe
Messung anorganischer Stoffe (mgtkg) wie Schwermetalle, Metallverbindungen, Salze
Ursache: Holzschutz, Baustoffe, Baufeuchte, PVC, Farben, Glasuren, Sanitärrohre, Industrie, Umwelt..

13 PARTIKEL und FASERN (Staub, Schwebstoffe, Asbest, Mineralfasem ... )
Messung von Staub, Partikelzahl und ‑-größe, Asbest und sonstigen Fasern (im', /I)
Ursache: Aerosole, Staub, Rauch, Ruß, Bau‑- und Dämmstoffe, Klimaanlagen, Geräte, Lüftung, Umwelt..

14 RAUMKLIMA (Temperatur, Feuchte, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche...)
Messung von Temperatur ("C), Feuchte (r.F., a.F., %), Sauerstoff (Vol.%), Kohlen­dioxid (ppm), Luftdruck (mbar), Luftbewegung (m/s) sowie der Kleinionen (/cm³) und der Luftelektrizität (V/m), Feststellung von Gerüchen und der Luftwechselrate
Ursache: Baufeuchte, Lüftung, Heizung, Einrichtung, Atmung, Elektrostatik, Strahlung, Staub, Umwelt...

C PILZE, BAKTERIEN, ALLERGENE

15 SCHIMMELPILZE und deren Sporen sowie Stoffwechselprodukte
Messung und Bestimmung von kultivierbaren und nicht kultivierbaren Schimmelpil­zen, Schimmelpilzsporen (/m³, /dm², /g) und ‑-stoffwechselprodukten (MVOC, Toxine)
Ursache: Feuchteschäden, Wärmebrücken, Baumaterial, Lüftung, Klimaanlagen, Einrichtung, Umwelt...

16 HEFEPILZE und deren Stoffwechselprodukte
Messung und Bestimmung von Hefepilzen (/m³, /dm², /g) und Stoffwechselprodukten
Ursache: Nässebereiche, Hygieneprobleme, Lebensmittelvorrat, Abfälle, Geräte, Einrichtung, Umwelt...

17 BAKTERIEN und deren Stoffwechselprodukte
Messung und Bestimmung von Bakterien (/m³, /dm², /g, /l) und Stoffwechselprodukten
Ursache: Feuchteschäden, Fäkalienschäden, Hygieneprobleme, Lebensmittelvorrat, Abfälle, Umwelt..

18 HAUSSTAUBMILBEN und andere Allergene
Messung der Milbenzahl und ‑-exkremente, Pollen, Gräser, Tierhaare (/m³, /g, %)
Ursache: Milben und Stoffwechselprodukte, Hygioneprobleme, Hausstaub, Feuchte, Lüftung, Umwelt..

Im Rahmen des baubiologischen Standards werden weitere Begutachtungen durchgeführt, z.B. der Lichtqualität, Beleuchtungsstärke und UV‑-Strahlung, der Leitungswasserqualität, von Baumaterialien, Möbeln und anderen Einrichtungen, von Haus‑- und Holzschädlingen.

Bitte beachten Sie die ergänzenden baubiologischen Richtwerte für Schlafbereiche, welche speziell für das Langzeitrisiko und die empfindliche Regenerationszeit entwickelt wurden. Hier stehen bei der Bewertung Erfahrung, Vorsorge und das Erreichbare im Vordergrund.

BAUBIOLOGIE MAES IBN